Rezension der Nordlandtrilogie

Die Geschichte der Nordlandtrilogie

rezensiert von Crystal


Bei dieser Trilogie handelt es sich um deutsche Rollenspiele aus der Welt "Das Schwarze Auge", das in Deutschland bereits vor der Markteinführung der PC-Spiele durch die Pen&Paper-Version bekannt war. Das darauf basierende Regelwerk wurde zu Gunsten der Umsetzung und erleichterten Bedienung auf dem PC modifiziert, um auch Neulingen des DSA-Systems den Einstieg zu ermöglichen.
Die Nordlandtrilogie besteht aus den drei Einzelspielen "Die Schicksalsklinge", "Sternenschweif" und "Schatten über Riva", wovon der erste Teil neben der Veröffentlichung für MS-DOS-PC's auch für den Commodore Amiga und den Atari ST erschienen ist.
Der zweite und dritte Teil kam ausschließlich für MS-DOS auf den Markt. Für die ersten beiden Teile gibt es sowohl Disketten- als auch CD-Versionen. "Schatten über Riva" hingegen gibt es nur auf CD.

Die Schicksalsklinge

1992 schuf die Attic Entertainment Software GmbH unter DSA-Lizenz der Fantasy Productions GmbH den ersten Teil "Die Schicksalsklinge" und ebnete damit den Weg zu einem Kultstatus, der heute seinesgleichen unter den deutschsprachigen PC-Rollenspielen sucht.

Mit Hilfe einer selbst generierbaren Heldengruppe, bestehend aus maximal sechs Helden, ist das Ziel des Spiels, die Invasion der Region Thorwal durch die Orks zu verhindern. Dabei gilt es, verschiedene Personen zu finden, die jeweils ein Kartenstück einer uralten Karte besitzen, worauf der Standort des legendären Zyklopenschwerts "Grimring" verzeichnet ist.
Nur mit dieser Waffe kann der Anführer der Orkarmee insoweit beeindruckt werden, dass die Orks abziehen und die Region Thorwal dadurch gerettet wird.

Sternenschweif

Der zweite Teil der Trilogie erschien 1994 und neben einer verbesserten Grafik und Benutzerführung glänzt Sternenschweif in der Doppel-CD-Version mit vielen stimmungsvollen Audiotracks, die dem Spiel auch akustischen Hochgenuss verleihen.

Die Geschichte spielt im Svellttal, weiter östlich von Thorwal gelegen. Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist das Auffinden des Salamandersteins, mit dem es ermöglicht werden soll, Elfen und Zwerge im Krieg gegen die Orks zu vereinen. Nebenbei kann der Spieler tatsächlich auch nach der titelgebenden Wurfaxt Sternenschweif suchen, ist jedoch nur eine Nebenaufgabe, dessen Ausgang etwas überraschend ist.
Wie bereits im ersten Teil implementiert, so wartet auch der Nachfolger der Schicksalsklinge mit einem Reisesystem auf, wo man unterwegs viel entdecken und erleben kann. Allerdings kann man nicht mehr jede Stadt betreten, wie man es vom ersten Teil her gewohnt war.
Dennoch gilt Sternenschweif für viele Fans als der beste Teil der Trilogie, der spieltechnisch überzeugen konnte bzw. noch immer kann.

Schatten über Riva

Der krönenden Abschluss der Trilogie erschien 1996 und wurde technisch in völlig veränderter Form zu seinen Vorgängern programmiert. Das Regelwerk war zwar immer noch das selbe, jedoch spielte sich das Abenteuer in nur einer einzigen Stadt ab - Riva. Das bekannte Reisesystem fiel dadurch natürlich weg, aber "Schatten über Riva" konterte im Gegenzug mit einer verbesserten Grafik gegenüber Sternenschweif, die jedoch zur damaligen Zeit bereits nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprach. Dennoch bietet der dritte Teil einige Verbesserungen, nicht zuletzt hinsichtlich der Benutzerführung.
In Riva ist es unter anderem möglich, Dinge in Truhen zu deponieren sowie über einen zentralisierten Gegenstandsverteiler schnell und einfach Ausrüstungsgegenstände zwischen den Helden zu tauschen. Gegenüber den Vorgängern eine spürbare Erleichterung.
Bewegte Zwischensequenzen wie z.B. das Aufsteigen eines beschworenen Dämonen aus dem Fußboden sorgen für eine tolle Atmosphäre.

Die Aufgabe des Spielers in Riva besteht darin, geheimnisvollen Geschehnissen innerhalb der Stadt auf den Grund zu gehen, um am Ende dem Ursprung allen Übels in der Nordlandtrilogie gegenüber zu stehen. Wie bereits in Sternenschweif möglich, kann man verschiedenen Bewohnern über ein Dialogsystem Fragen stellen. Mittels dieser Detektivarbeit und einigen Zufallserlebnissen sowohl oberirdisch als auch unterirdisch in der städtischen Kanalisation wird der Spieler Schritt für Schritt zum Spielziel geführt.
Die Reihenfolge der Quests ist dabei streng linear gehalten, was im Gegensatz zur Schicksalsklinge und Sternenschweif gewöhnungsbedürftig ist.

Fazit

Unter Beachtung, dass die Nordlandtrilogie noch aus MS-DOS-Zeiten stammt, sollte man sich nicht davor abschrecken lassen. Die DSA-Umsetzung ist dem Attic-Team sehr gut gelungen und kann heute noch begeistern, wenn man nicht zu sehr 3D-verwöhnt ist. Ebenso sind diese Spiele in Bezug auf das verwendete Regelwerk konkurrenzlos, denn kein anderes Spiel hatte Aventurien als Vorlage.
Die NLT zählt heute zu Recht als Denkmal und Meilenstein in der deutschen Spielesoftware-Geschichte! Es bleibt zu hoffen, dass der "Nachfolger" Drakensang die hohe Messlatte der NLT unterstreicht.

Bezugsquellen und Inbetriebnahme

Wegen ihres Alters ist die Nordlandtrilogie nur noch gebraucht zu erwerben. Bei Ebay oder Amazon sollten Sie fündig werden. Zum freien Download gibt es die Spiele jedoch nicht (siehe Erklärung zum Urheberrecht).

Damit auch Sie die Trilogie auf modernen PC's spielen können, gibt es den freien DOS-Emulator DOSBox, mit dem Sie keinen echten MS-DOS-Rechner mehr brauchen. Anleitungen gibt es auf dieser Webseite, bei Fragen wenden Sie sich ans Forum.

Auszüge aus dem archivierten Webmaterial der Attic-Homepage

Quelle: http://web.archive.org/web/19970209060338/www.attic.de/firmeninfos/firmeninfos.html

Etwa 100 Kilometer südlich von Stuttgart, in Albstadt auf der Schwäbischen Alb, gründeten im September 1990 die Gesellschafter Hans-Jürgen Brändle, Jochen Hamma und Guido Henkel die Attic Entertainment Software GmbH. Jahrelange Erfahrung im Bereich der Spielentwicklung für zahlreiche deutsche und ausländische Softwarehäuser bildete eine ideale Grundlage für ein innovatives und zukunftsorientiertes Unternehmen, das es sich zum Ziel gemacht hat, möglichst schnell die Spitze der Softwareindustrie zu erklimmen. Erfolgstitel, wie Hellowoon, OOZE - als die Geister mürbe wurden, Lords of Doom, Spirit of Adventure, Drachen von Laas und The Oath stammten aus den Federn der Firmengründer und bahnten den Weg nach oben.


Nach einer Zeit der Auftragsarbeit für verschiedene außenstehende Softwarefirmen und die teilweise damit verbundenen schlechten Erfahrungen mit Publishern, brachte Attic dazu, sich von einem einfachen Entwicklungshaus zu einem vollwertigen Software Publisher zu wandeln. Mit einem von Entwicklern geführten Softwarehaus und einem soliden Background im Entwicklungsbereich, konnte somit ein Platz am deutschen Markt eingenommen werden, der zuvor von noch niemandem innegehalten wurde.
Durch die Entwicklung eines Konzeptes, welches die Gleichstellung von Graphikern, Entwicklern, Programmierern und Produzenten gewährleistete, wurde diese Position am Markt noch verstärkt. Und die Zufriedenheit der Mitarbeiter und der große Zulauf an guten Entwicklern spricht eindeutig dafür, daß dies der richtige Weg ist...


...Die dritte Veröffentlichung sollte dem Softwarehaus Attic einen unumgänglichen Namen am Markt bescheren. Einen Namen, den jedermann kennt und ein Spiel, das jedermann spielt. Aus diesem Grund wurde ein Joined Venture mit dem etablierten Verlagshaus Fantasy Productions arrangiert. Fantasy Productions sind bekannt für ihre hervorragende Leistung im Bereich der sogenannten Paper & Pencil Rollenspiele, der Strategiespiele und vor allem natürlich für „Das Schwarze Auge”. Als die Originalautoren dieser Fantasy Rollenspielserie, die von dem namhaften Brettspielhersteller Schmidt Spiel + Freizeit GmbH veröffentlicht wird, sind Namen wie Ulrich Kiesow und Werner Fuchs jedem DSA-Kenner geläufig. Durch die Zusammenarbeit der beiden Parteien und die Rechte zur Umsetzung des Schwarzen Auges auf den Computer war es möglich, Deutschland in einen wahren DSA-Rausch zu versetzen. Nahezu jedes Medium und Marketing Instrument wurde ausgenutzt, um den DSA Spielern kundzutun, daß ihr Lieblingsrollenspiel endlich den Weg auf ihre Computer gefunden hat. Doch auch die Computer Rollenspieler waren von dem Gedanken angetan, ein solch komplexes, etabliertes Spielsystem, unter Zuhilfenahme der Original Ressourcen, auf ihrem Computer umgesetzt zu sehen.


Schon lange vor Veröffentlichung des ersten Teils der Nordland Trilogie, „Die Schicksalsklinge”, war die Nachfrage nach Informationsmaterialien sowie Demoversionen entsprechend hoch. Die außergewöhnlich gute Bewertung dieses Spieles durch die Fachpressse, trug ihren Teil dazu bei, dieses Rollenspiel zu einem umwerfenden Erfolg werden zu lassen. Doch nicht zuletzt war es das Programm selbst, welches das Publikum zu begeistern wußte. Mit einem Budget von 500.000 DM und einem Entwicklerstab von mehr als 20 Mitarbeitern, wurde diese Spiel zu einem neuen Meilenstein in der deutschen Softwaregeschichte.


Immer mehr Rollenspielfreunde wollten sich von der Schicksalsklinge begeistern lassen. So wurde dieses Spiel im Juni 1993 in den Vereinigten Staaten von der Firma Sir Tech, die sich mit der seit zwölf Jahre währenden Wizardry Rollenspielserie eine Namen gemacht hat, auf den Markt gebracht. Für die europäischen Staaten übernahm dies ab Juli 1993 die in Birmingham ansässige Firma U.S. Gold. Auch in Australien, Korea, Taiwan, Singapur etc. wurde das Programm erfolgreich veröffentlicht. Eine Veröffentlichung in Japan ist bereits im Anlaufen. So hat Das Schwarze Auge als Computerspiel schon nach einem Jahr nach der Veröffentlichung in Deutschland seinen Siegeszug auf der ganzen Welt begonnen.


Durch diesen Erfolg angespornt, entschieden sich die Firmen Attic und Fantasy Productions, durch ihre gute Zusammenarbeit bestärkt, weitere Projekte in Angriff zu nehmen. Die Vorteile für dieses Gespann liegen auf der Hand. Fantasy Productions hat den kompletten Einblick in sämtliche Spieluniversen der Paper & Pencil und Computerrollenspielszene, kompetente Autoren und eine Menge Ideen, um wahrhafte Computer Role Playing Game (CRPG) Feuerwerke abzubrennen, während Attic das Know How und die Möglichkeiten bietet, um eben diese Ideen für den Computer umzusetzen. Durch die Realisation des Rollenspiels „Die Schicksalsklinge” hat es Attic erreicht, daß sich deutsche Software problemlos mit internationalen Produkten messen kann.


Fortgesetzt wird die Reihe des Schwarzen Auges mit Sternenschweif dem zweiten Teil der Nordland Trilogie. Der Nachfolger der mehrfach preisgekrönten Schicksalsklinge ist seit November 1994 auf dem internationalen Markt erhältlich und hat seinen Siegeszug auf die Bildschirme der Rollenspieler in aller Welt begonnen und den Vorläufer „Die Schicksalsklinge” bereits am ersten Tag überrundet.
Dieser zweite Teil der Trilogie wurde einer kompletten Revision unterzogen, so daß es keinen reinen Aufwasch des ersten Teiles gibt. Auch ging der Fortschritt der Technik nicht spurlos an der Entwicklung Sternenschweifs vorbei. Ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen Programm und modernster Peripherie, wie Sound- und Grafikkarten, ist gewährleistet.
Eine Entwicklungszeit von 24 Monaten, die fast schon anmaßend erscheint und ein Buget von 1.000.000 DM, spricht deutlich für diese Überarbeitung. Die Firmen U.S. Gold und Sir Tech übernahmen auch für diese Version die Vermarktung in den Vereinigten Staaten und Europa. Und bereits wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Titels konnten internationale Auszeichnungen entgegengenommen werden. So kürte die amerikanischen Magazine PC Gamer, Strategy Plus und CD-ROM Today, sowie die deutsche PowerPlay, Sternenschweif zum Besten Rollenspiel 1994...


...Über zwei Jahre arbeitete man bei Attic mit Hochdruck an dem dritten Teil der Nordland Trilogie des Schwarzen Auges, um es rechtzeitig zu Weihnachten 1996 unter dem Titel Schatten über Riva erhältlich zu machen.
Für diesen abschließenden Teil der Nordland-Trilogie wurde eine komplett neue 3D-Engine entwickelt, die jetzt völlig flüßige Bewegungen durch die Stadt Riva und alle Dungeons ermöglicht.
Die Story wurde noch kompakter gestaltet, so daß während des Spielens kaum Langeweile aufkommen dürfte.
Wieder wurden auch alle Kundenzuschriften ausgewertet, und alle sinnvollen Änderungswünsche berücksichtigt. Viele der User der ersten beiden Teile werden sich in Schatten über Riva wiedererkennen.

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